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bf-infra/docs/tp17.1-shelly-gen4-funkmigration-runbook.md
Christoph Emsenhuber d0cb2f0934 TP17.3 angelegt: Shelly-Regression nach der VLAN30-Migration
User-Meldung: der Luefter-Shelly muss doppelt gedrueckt werden, und der Dimmer in
der Diele UG flackert unkontrolliert seit der Migration -- mit eingeschaltetem AP
ist das Symptom weg.

KORREKTUR eines eigenen Fehlbefunds von heute Vormittag: ich hatte den aktivierten
AP auf s23 als vergessenen Anker aus TP17 eingeordnet, der abgeschaltet gehoert.
Er ist Christophs Workaround. Der als "Einzeiler" beschriebene Fix haette eine
funktionierende Reparatur zerstoert. Merkregel dazu festgehalten: ein Zustand, der
nach einem Verfahren uebrig aussieht, kann eine Reparatur sein -- vor dem Aufraeumen
fragen, wozu er da ist, nicht ob er ins Schema passt.

Leithypothese aus dem read-only-Sweep ueber alle 22 Geraete: nicht die WLAN-Config,
sondern eco_mode. Es senkt den CPU-Takt; ein Phasenanschnitt-Dimmer braucht praezises
Nulldurchgangs-Timing, und ein aktiver AP hebt die Energiesparzustaende auf -- das
erklaert genau die Beobachtung "AP an, Symptom weg". s23 ist ein SPDM-002PE01EU
(app ProDimmerx) mit eco_mode=true; s26 hat eco_mode=true bei momentary-Eingang, was
zum verschluckten ersten Tastendruck passt. Gegenprobe: s12 am selben Ort, gleiches
Modell wie s26, eco_mode=false, unauffaellig. Diskriminierender Test in vier Schritten
notiert, reversibel, ein Geraet.

Zwei Nebenfunde aus demselben Sweep:
- Die eco-Politik von 2026-07-13 ist stale und war nie konsistent: drei Geraete haben
  eco an, obwohl sie unter -80 dBm liegen; zwei haben es aus, obwohl sie darueber
  liegen. Die fuer "nach TP3.3" vorgemerkte zweite Evaluation hat nie stattgefunden.
- restart_required=true auf s26 und s12: dort liegt eine geschriebene, nie aktivierte
  Konfigurationsaenderung, seit 21 bzw. 33 Tagen ohne Neustart.

Anker-Sweep gelaufen: s23 ist der einzige Shelly mit aktivem AP, die anderen 21 sind
sauber de-anchored.

5-GHz-Scan nachgeholt: nur drei Fremdnetze, alle <= -83 dBm, das Band ist praktisch
leer. Planungsaussage fuer die zwei neuen APs: im ETSI-Indoor-Band sind bei 40 MHz
genau zwei ueberlappungsfreie Bloecke vorhanden, und beide sind vergeben -- AP drei
und vier muessen ins DFS-Band. Dass DFS hier nutzbar ist, belegt ein Nachbar auf 5500.

DTU: bleibt wie sie ist (User). Sie gehoert zur PV, ihr AP ist deren Konfignetz, die
Messdaten kommen ohnehin ueber -iot. Als bekannter Dauersender auf ch1 dokumentiert,
nicht bekaempft.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-23 11:57:13 +02:00

38 KiB
Raw Blame History

TP17.1 — Shelly Gen4 raus aus dem WLAN (Thread oder Zigbee) · Runbook

Status 2026-08-23: 🔜 entscheidungsreif, nicht startbereit. Schritt 0 ist eine Abwägung, kein Flash. Steuerung/Scope: teilprojekte.md → TP17.1. Kein Netz-Eingriff bisher, alle Zahlen hier sind read-only erhoben.

📌 Wohnort dieses Arbeitspakets: das Netz-Projekt (User-Entscheid 2026-08-23). Eine erste Fassung lag kurzzeitig im HA-Projekt (ha-xstate) — sie ist dort entfernt, damit es keine zweite Wahrheit gibt. HA ist Betroffener, nicht Eigentümer: die Entities brechen, aber die Entscheidung ist eine Funk- und Netzentscheidung.

Das Ziel (Christophs Begründung, dreiteilig)

  1. Die PSK-Rotation wird billiger. Jedes Gerät, das den Funk wechselt, fällt aus der Rechnung.
  2. Mesh-Stabilität — netzgespeiste Geräte sind immer Router-Knoten, nie Sleepy End Devices.
  3. Ruhe im WLAN. 26 der 27 WLAN-Clients des ganzen Netzes hängen auf dirtyvader-iot.

⚠️ Punkt 1 trägt nur teilweise. Kandidaten sind 10 Geräte; danach blieben grob 16 auf dem IoT-SSID. Die Rotation wird kleiner, nicht überflüssig — und Gen3 kann nie folgen, dort fehlt 802.15.4. (Seit 2026-08-23 ist das ohnehin entschärft: Rotation und Funkmigration laufen parallel, s.u.)


Bestand (live 2026-08-23, mcp/shelly/discover.py, read-only)

22 von 26 Shellys erreichbar auf VLAN30, alle auf Firmware 2.0.0:

Gen Anzahl Modelle
Gen4 12 9× S4SW-002P16EU (2PM) · 1× S4SW-001P16EU (1PM) · 2× S4PL-00416EU (Power Strip)
Gen3 8 S3PL-00112EU, S3PL-30116EU
Gen2 2 SPDM-002PE01EU, SNDC-0D4P10WW

Die 12 Gen4: s25 bad_lichtschalter .205 · s20 kueche_steckdosen2 .206 · s21 kueche_steckdosen4 .207 · s12 dieleug_steckdosen .219 · s16 wohnzimmer_steckdosen .223 · s17 bad_steckdosen .224 · s18 kueche_steckdosen1 .225 · s19 kueche_steckdosen3 .226 · s26 bad_luefter .233 (alle 2PM) · s22 kueche_steckdose3-2 .202 (1PM) · s9 wohnzimmer_sideboard .216 und s13 arbeitszimmer_technik .220 (Power Strip).

Nicht erreichbar (4): s1/s2/s3 (weihnachten_*, saisonal ausgesteckt — die HA-Entities sind deaktiviert, nicht gelöscht, deshalb tauchen sie in keiner Zustandssuche auf; Christoph 2026-08-23) und s4 kueche_mikrowelle — der einzige, den auch HA als unavailable führt. Hängt hinter Metall bei RSSI −93 dBm, Generation unbekannt. Falls Gen4: bester Pilot überhaupt, denn 802.15.4 kommt dorthin, wo 2,4-GHz-WLAN scheitert.


🔴 Die Firmware-Lage — der Kern der Entscheidung

Direkt an den Geräten erhoben (Shelly.CheckForUpdate, read-only, 2026-08-23):

Befund
Stable 2.0.0 überall — für kein Gerät ein stabiles Update
Beta 2.0.1-beta1, Build 2026-08-19, für alle inkl. Gen3
Alt-Varianten (nur Gen4) S2PMG4ZB · S1PMG4ZB · PowerStripZB — jeweils „with Zigbee"
Gen3 kein alt-Eintrag → Alternativfunk ist Gen4-only

Thread gibt es von Shelly heute nicht. Die offizielle Linie ist „wird evaluiert" (Stand Juli 2026, genannter Engpass: Flash-Platz), kein Release-Datum. Was im Mai 2026 als „Thread für Gen4" durch die Presse ging, war die Dritt-Firmware.

🎯 Der wichtigste Nebenbefund: Shelly liefert alternative Funk-Firmware über den normalen Update-Kanal, nicht über einen Bastelpfad. Eine Thread-Variante erschiene mit hoher Wahrscheinlichkeit genau dort als weiterer alt-Eintrag. ⇒ Frühindikator statt Warten auf Pressemeldungen: Shelly.CheckForUpdate auf einem Gen4 pollen und auf einen …MT/Thread-Eintrag warten.

Die drei Wege im Vergleich

Weg Deckt ab Preis Reife
(A) Zigbee, offiziell — heute verfügbar 10 der 12 (2PM, 1PM, Power Strip) Entity-Bruch (Shelly-Integration → Z2M); 2,4-GHz-Kanalplanung nötig Hersteller-Firmware, offizieller Kanal, keine Garantie-/Cloud-Frage
(B) Thread, offiziell — warten offen nur Wartezeit existiert nicht; „wird evaluiert", Flash-Platz als Engpass
(C) Thread, Dritt-Firmware — heute möglich 10 der 12 via hencou (die automatous-io-Variante deckt hier 0 ab) Garantie + Cloud + offizielle OTA weg; Rückweg nur mit UART-Vollbackup je Gerät; PM-Kalibrierung Platzhalter; Test-VID nur Shelly 1 Gen4 auf echter Hardware verifiziert, andere Profile ungetestet

Die zwei S4PL-00416EU (s9, s13) deckt keiner der Wege ab — sie bleiben im WLAN.

💡 Empfehlung, falls gefragt: (A) prüfen, bevor (C) erwogen wird. Zigbee erfüllt alle drei Ziele oben — heute, mit Hersteller-Firmware, ohne Garantieverlust, ohne UART-Backup. Zigbee2MQTT läuft bereits als LXC 112 (10.40.20.106, z2m25). Was vorher zu klären ist:

  • (a) Rückrollbarkeit: Ist der Wechsel des Funkstacks so zurückrollbar wie ein normales Update? Das ist ein anderer Vorgang als ein Versionssprung — vor dem ersten Gerät klären.
  • (b) Kanalplanung: ✅ erledigt, s. eigenes Kapitel unten. Kurzfassung: Thread 15, ZHA 20, Z2M 25, WLAN 1 + 11. Sauber bis auf ZHA ch20, das auf der Unterkante von WLAN ch11 sitzt.
  • (c) Entity-Bruch: ✅ entschärft (User-Entscheid 2026-08-23) — „wir werden so umbauen, dass die Entitäten ihren Namen behalten." Der Umbau benennt die neuen Entities auf die alten entity_ids zurück, damit Automationen, Dashboards und die FSM-Configs unverändert bleiben. ⚠️ Zwei Fallen dabei: (1) die alte entity_id ist erst frei, wenn die alte Integration das Gerät losgelassen hat — sonst hängt HA ein _2 an; also erst entfernen, dann neu anlernen, dann umbenennen. (2) Der Name überlebt, die History nicht zwangsläufig — der Recorder keyt auf entity_id, das passt, aber unique_id und Device-Zuordnung sind neu. Energie-Dashboard-Statistiken brauchen ggf. einen Fix-Lauf. ⇒ Damit fällt der teuerste Posten der ganzen Abwägung weg. Er gilt für Weg (A) und (C) gleich.

📻 Das 2,4-GHz-Bild — alle vier Netze, live erhoben 2026-08-23

Das ist der Rechenschritt, der bei „einfach auf Zigbee umstellen" gern übersprungen wird. Es gibt hier drei 802.15.4-Netze neben dem WLAN, nicht eines:

Netz Kanal Mitte belegt ca. Geräte Quelle
WLAN ap1 1 2412 2401–2423 — CAPsMAN
Thread (OTBR) 15 2425 2424–2426 ~30 Matter-Knoten ha_manage_radio thread
ZHA 20 2450 2449–2451 52 Geräte ZHA-Diagnostics, EZSP/bellows
WLAN ap2 11 2462 2451–2473 26 Clients CAPsMAN
Z2M (z2m25) 25 2475 2474–2476 — configuration.yaml, zstack
  • ZHA-Koordinator: SONOFF Dongle-M, angebunden über Netz (socket://10.40.30.137:6638), PAN 23386, tx_power=8. Zwei weitere ZHA-Einträge (Dongle Plus V2, Dongle-M_10E8) stehen auf ignore — das ist Absicht, sonst griffe ZHA nach dem Z2M-Stick.
  • Z2M-Koordinator: ITead Sonoff Zigbee 3.0 USB Dongle Plus, adapter: zstack.

🎯 Befund: das Band ist gut geplant — mit genau einer Ausnahme.

  • Thread ch15 (2425) liegt 2 MHz über der Oberkante von WLAN ch1. Knapp, aber sauber.
  • Z2M ch25 (2475) liegt 2 MHz über der Oberkante von WLAN ch11. Ebenso sauber — das ist die klassisch richtige Wahl.
  • 🟠 ZHA ch20 (2450) liegt direkt auf der Unterkante von WLAN ch11 (2451) — die einzige Nachbarschaft im Haus, und sie trifft das Netz mit 52 Geräten gegen den AP mit 26 Clients. ⚠️ Aber: gemessen beißt sie nicht. PHY_CCA_FAIL_COUNT des Koordinators steht bei 4 über die gesamte Zählperiode → keine nennenswerte Kanalbelegung. Kein Handlungsbedarf, Begründung im Kapitel „Kanalwahl für ZHA" unten. (Meine erste Einschätzung „🔴 der eine Konflikt" war aus der Frequenztabelle abgeleitet, nicht gemessen.)
  • 💡 Die Lücke zwischen WLAN ch1 und ch11 (2423–2451) ist unbenutzt. Dort liegen ZB 16/17/18 (2430/2435/2440) — mitten im Freiraum, nichts sendet da. ⚠️ Trotzdem nicht blind umziehen: einen Kanalwechsel müssen 52 Geräte mitmachen; schlafende und ältere Router folgen dem nwk_update_id-Broadcast nicht zuverlässig und bleiben zurück. Das ist dieselbe Fehlerklasse wie der Vorfall von 2024 (s.u.). Erst Energy-Scan in ZHA fahren, dann entscheiden — nicht umgekehrt.

Wohin kämen die Shelly-Zigbee-Geräte?

Sie wären netzgespeiste Router, keine End Devices — sie verändern also die Routing-Topologie des Netzes, dem sie beitreten. Drei Optionen, und die Wahl ist eine Blast-Radius-Frage:

Wirkung
In ZHA (52 Geräte, ch20) dichteres Mesh dort, wo die Fernbedienungen hängen — aber das ist das Netz, das die Automationen trägt, und es sitzt auf dem einzigen kontendierten Kanal
In Z2M (ch25, sauberer Kanal) technisch der bessere Kanal — aber genau das Netz, mit dem 2024 die Installation zusammenbrach (s.u.)
Getrennt halten 10 Router in ein Netz, das andere unangetastet lassen ⇒ wenn es schiefgeht, läuft die andere Hälfte des Hauses weiter

🔑 Empfehlung: die Trennung als Sicherheitsnetz nutzen, die es faktisch schon gibt. Zwei unabhängige Zigbee-Netze sind ein Vorteil, kein Zufall — die Shellys gehören komplett in eines. ✅ Welches, ist seit dem Inventar vom 2026-08-23 entschieden: ZHA. Begründung im Kapitel „Welche Geräte sind für fehlerhaftes Routing anfällig?" unten — kurz: ZHA hat schon 24 Router (einer mehr fällt kaum ins Gewicht), Z2M hätte mit zehn Shellys mehr als doppelt so viele wie heute, und in Z2M hängt die Wandbeleuchtung an ZLL-Altgeräten — dort ist eine Routing-Störung die Lichterdisko.


⚠️ Christophs Z2M-Vorbehalt — ernst zu nehmen, und benennbar

Erfahrung (2024): „mir hats vor 2 jahren die ganze installation gekillt. nichts mehr steuerbar, musste alles resetten und neu aufbauen. Lichterdisko war das damals."

Das ist kein diffuses Unbehagen, sondern eine bekannte Fehlerklasse. „Alles unsteuerbar + Lichter feuern von selbst" ist das Bild eines Zigbee-Broadcast-/Routing-Sturms: das Netz sättigt sich mit Broadcasts, Routing-Tabellen thrashen, Kommandos kommen mehrfach oder gar nicht an. Typische Auslöser sind Gruppen-/Binding-Schleifen, ein einzelnes fehlerhaftes Router-Gerät (billige Bulbs sind berüchtigt), oder schlicht zu viele Broadcasts auf einem überlasteten Kanal. Nicht ursächlich ist üblicherweise „Z2M als Software" — dieselbe Klasse trifft ZHA genauso.

⚠️ Der Root Cause von damals ist heute nicht mehr rekonstruierbar (Netz wurde neu aufgebaut, keine Logs). Deshalb ist die ehrliche Aussage: wir wissen nicht, ob es wiederkommt — aber wir können die Bedingungen ungünstig machen:

  1. Blast Radius trennen (s.o.) — die wirksamste Maßnahme, weil sie ohne Ursachenkenntnis wirkt.
  2. Nicht im Batch beitreten lassen. 10 neue Router auf einmal ändern die Topologie schlagartig. Einzeln, mit ein paar Tagen Abstand — und dazwischen schauen, ob Kommandos noch prompt ankommen.
  3. Vorher einen Rückweg festhalten: Z2M/ZHA-Backup (coordinator_backup.json bzw. ZHA-Backup) vor dem ersten Join. Genau das hat 2024 gefehlt — der Wiederaufbau war nötig, weil es kein Netz-Backup gab, nicht weil die Geräte kaputt waren.
  4. Keine Gruppen-Bindings für die Shellys anlegen, solange sie neu sind. Direktes Binding ist der Pfad, auf dem Schleifen entstehen; über HA gesteuert passiert das nicht.
  5. Ein Abbruchkriterium vorher festlegen: wenn nach einem Join die Latenz eines bekannten Geräts spürbar steigt, das Gerät wieder entfernen — nicht „wird sich schon einpendeln".

📌 Und die nüchterne Gegenrechnung: 10 zusätzliche Router machen ein Zigbee-Mesh normalerweise stabiler, nicht instabiler — das ist der Regelfall. Der Vorfall von 2024 ist ein Grund für Vorsicht und Backups, kein Grund, den Weg auszuschließen.


🌩️ Broadcast-/Routing-Sturm erkennen — Zähler, Baseline, Abbruchkriterium

Der Vorfall von 2024 war unsichtbar, weil niemand hingesehen hat, bevor es zu spät war. Das ist lösbar: der EZSP-Koordinator führt Zähler mit, die einen Sturm beschreiben, bevor er als „Lichterdisko" auffällt. Hier die Baseline vom 2026-08-23 (ZHA, read-only aus den Diagnostics) — gegen die wird nach jedem Join verglichen.

Die Zähler, auf die es ankommt

Zähler Baseline (kumuliert) Bedeutung, wenn er steigt
🔴 BROADCAST_TABLE_FULL 0 Der eine Zähler, der einen Sturm beweist. Broadcasts kommen schneller, als der Stack sie nachhalten kann. Alles > 0 ist ein Alarm.
🔴 ALLOCATE_PACKET_BUFFER_FAILURE 0 Koordinator hat keine Puffer mehr → genau der Zustand „nichts mehr steuerbar".
🔴 PHY_TO_MAC_QUEUE_LIMIT_REACHED 0 Das Radio kommt mit dem Senden nicht nach.
🔴 TYPE_NWK_RETRY_OVERFLOW 0 Netzwerk-Retries laufen über.
🟠 ROUTE_DISCOVERY_INITIATED 65 Routen-Thrash. Ein paar pro Tag sind normal, ein Sprung um Dutzende in Minuten nicht.
🟠 NEIGHBOR_STALE / NEIGHBOR_REMOVED 372 / 0 Topologie-Unruhe. REMOVED > 0 heißt: Router verschwinden aus der Nachbarschaftstabelle.
🟠 MAC_TX_UNICAST_RETRY / …_FAILED 1.086 / 341 Retry-Quote ≈ 15 %, Fehlerquote ≈ 5 % bei 6.222 Erfolgen. Das ist die Normallage dieses Netzes — Verdopplung = Warnsignal.
🟠 PHY_CCA_FAIL_COUNT 4 Kanal war belegt, als gesendet werden sollte = Funkstörung (WLAN oder Zigbee).
🟠 NWK_FRAME_COUNTER_FAILURE 25 Replay/Rejoin-Schleifen — ein Gerät, das immer wieder neu beitritt.
ℹ️ MAC_RX_BROADCAST vs MAC_RX_UNICAST 124.282 vs 18.620 Verhältnis 6,7 : 1. Das ist die Normallage (Link-Status alle 15 s je Router). Das Verhältnis ist die Kennzahl, nicht der Absolutwert — wandert es Richtung 20:1, läuft ein Sturm an.

📌 Ablesen: ZHA-Config-Entry → Diagnostics → data.application_state.counters.ezsp_counters. _last_reset_value = Langzeitsumme, _raw_value = seit dem letzten Reset. Für Z2M (hier 2.6.2) ist das Gegenstück zigbee2mqtt/bridge/health — es liefert je Gerät leave_count, network_address_changes und Fehlerzähler; network_address_changes > 0 ist dort das Äquivalent zu „Topologie unruhig".

Was man als Mensch sieht, bevor die Zähler gelesen werden

  • Kommandos brauchen Sekunden statt sofort — oder kommen doppelt an (Licht geht an und gleich wieder aus).
  • Geräte fallen in Wellen auf unavailable, nicht einzeln.
  • Lichter schalten von selbst — ein Broadcast, der im Netz kreist und mehrfach zugestellt wird. Das ist die „Lichterdisko".
  • Im HA-Log häufen sich Failed to send request … device did not respond.

🔑 Merkregel: der Unterschied zwischen „ein Gerät zickt" und „das Netz kippt" ist die Gleichzeitigkeit. Ein einzelnes stummes Gerät ist ein Gerät. Drei Geräte gleichzeitig, die vorher liefen, sind das Netz.

Abbruchkriterium für den Test — vorher festlegen, nicht im Moment entscheiden

Rückbau des Testgeräts, sobald EINES davon eintritt:

  1. BROADCAST_TABLE_FULL, ALLOCATE_PACKET_BUFFER_FAILURE, PHY_TO_MAC_QUEUE_LIMIT_REACHED oder TYPE_NWK_RETRY_OVERFLOW verlässt die Null.
  2. Retry-Quote verdoppelt sich gegenüber der Baseline (≈15 % → >30 %).
  3. Ein Referenzgerät, das vorher prompt reagierte, braucht wiederholt >2 s.
  4. Zwei oder mehr Geräte gehen gleichzeitig auf unavailable.

Nicht „das pendelt sich schon ein" — genau diese Hoffnung hat 2024 den Neuaufbau gekostet.


🧭 Welche Geräte sind für fehlerhaftes Routing anfällig? (Inventar 2026-08-23)

Beide Netze vollständig durchgesehen. Die Risiken sind konkret benennbar — und sie sind in beiden Netzen vorhanden, nur unterschiedlich.

ZHA — 52 Geräte, davon 24 Router

Klasse Geräte Einschätzung
Philips/Signify Hue 14 Router (LCT012 ×3, LST002 ×2, LCL006 ×2, 5060931P7 ×4, 4090331P9 ×2, 915005997801) Als Router gutmütig und stabil. Aber: siehe Aqara-Zeile.
IKEA Signal Repeater ×2, STARKVIND, VINDSTYRKA, Driver 30W ×2, Floor lamp unauffällig; die Repeater sind explizit als Router gedacht
🟠 GLEDOPTO GL-SD-001, GL-C-006, GL-C-008 (3 Router) Dokumentierte Schwäche als Router (ältere Firmware-Stände, Kind-Tabellen). Im Auge behalten.
🟠 Sunricher HK-LN-DIM-A meist unauffällig
🔴 LUMI / Aqara lumi.weather ×3 (End Devices) Der klassische Instabilitätsherd. Aqara-End-Devices halten sich nicht an die übliche Rejoin-Mechanik und fallen weg, wenn sie an einem Nicht-Aqara-Router hängen — Hue-Router sind der meistdokumentierte Fall, und davon stehen hier 14.

⇒ 🐤 Die drei lumi.weather sind der Kanarienvogel. Sie reagieren als Erste, wenn sich die Topologie ändert. Vor und nach dem Shelly-Join gezielt auf ihr last_seen schauen — nicht auf den Durchschnitt des Netzes.

Z2M — 15 Geräte, davon 7 Router

Klasse Geräte Einschätzung
🔴 Busch-Jaeger ZLL 6× „Zigbee Light Link power supply/relay/dimmer/wall-switch", sw 1.2.0 Zigbee-Light-Link-Altbestand. ZLL-Stacks sind älter als Zigbee 3.0, mit knappen Routing-/Kind-Tabellen — und das ist die Wandbeleuchtung (Küche, Wohnzimmer ×2, Kinderzimmer, Klo, Schlafzimmer). ⇒ Genau die Geräte, aus denen eine „Lichterdisko" besteht.
🔴 Tuya-Familie Tongou Smart circuit breaker (Router) · Mini human breathe sensor · 24G mmWave · Soil sensor · _TZE284_7zazvlyn „Automatically generated definition" Tuya ist die unberechenbarste Klasse; das letzte Gerät ist nicht einmal sauber unterstützt (Auto-Definition) — sein Verhalten ist unbekannt.
🟠 Aqara Presence sensor FP300 dieselbe Familie wie oben, End Device
ℹ️ COOLO / IKEA Soil moisture, TRADFRI on/off unauffällig

🎯 Damit ist die Netzwahl für den Test entschieden — und zwar gegen die Intuition:

Das Testgerät gehört in ZHA, nicht in Z2M. Drei Gründe:

  1. Proportion. ZHA hat 24 Router — einer mehr ändert die Topologie kaum. Z2M hat 7; zehn Shellys würden den Router-Bestand dort mehr als verdoppeln. Genau solche abrupten Topologiewechsel erzeugen die Route-Thrash-Phase, die man fürchtet.
  2. Blast Radius. In Z2M hängt die Wandbeleuchtung an ZLL-Altgeräten. Ein Routing-Problem dort ist die Lichterdisko. In ZHA hängen Lampen, die sich zur Not einzeln schalten lassen.
  3. Messbarkeit. Für ZHA gibt es die Zählertabelle oben mit einer echten Baseline. Für Z2M gibt es bridge/health, aber keine vergleichbar feinen Funkzähler.

⚠️ Der Preis dieser Wahl: die drei Aqara-lumi.weather sitzen in ZHA und könnten sich auf den neuen, unerprobten Shelly-Router umhängen. Das ist beherrschbar (beobachten, notfalls den Shelly wieder entfernen) — und es ist der Grund, warum der Test ein Gerät umfasst und nicht drei.


📡 Kanalwahl für ZHA — gemessen, nicht geschätzt

🔄 Korrektur meines eigenen Befundes von vorhin. Ich hatte ZHA ch20 als „🔴 der eine Konflikt im Haus" markiert, weil 2450 MHz auf der Unterkante von WLAN ch11 (2451) liegt. Die Zähler des Koordinators widersprechen dem: PHY_CCA_FAIL_COUNT steht bei 4 über die gesamte Zählperiode (gegen 6.222 erfolgreiche Sendungen). Wäre die WLAN-Nachbarschaft ein echtes Problem, stünde dort eine drei- bis vierstellige Zahl. Die Adjazenz existiert auf dem Papier und beißt nicht.

Empfehlung: ZHA bleibt vorerst auf Kanal 20.

  • Ein Kanalwechsel müssten 52 Geräte mitmachen. Schlafende und ältere Router folgen dem nwk_update_id-Broadcast nicht zuverlässig und bleiben auf dem alten Kanal zurück — sie sind dann verwaist und müssen einzeln neu angelernt werden. Das ist exakt die Fehlerklasse von 2024, ausgelöst durch die Maßnahme, die sie verhindern sollte.
  • Der Nutzen ist nach der CCA-Messung nicht belegt. Ein Risiko ohne belegten Nutzen ist kein Trade.

Falls doch einmal gewechselt wird — dann auf 18:

Kandidat Mitte Abstand zu Thread (2425) Abstand zu WLAN ch11 (2451) Urteil
16 2430 3 MHz 19 MHz zu nah an Thread
17 2435 8 MHz 14 MHz brauchbar
18 2440 13 MHz 9 MHz ✅ am besten zentriert in der Lücke 2426–2451
19 2445 18 MHz 4 MHz zu nah am WLAN

✅ Vorbedingung erfüllt: die Nachbar-WLANs sind am 2026-08-23 gemessen (Kapitel unten). Ergebnis: das Fenster 2426–2448 ist nur schwach belegt (alles ≤ −81 dBm) — ZB18 ist valide. Der Handlungsdruck fehlt trotzdem (CCA = 4). 🔴 Neue Randbedingung: funken die zwei neuen APs ebenfalls auf 2,4 GHz, ist ch6 belegt und ZB18 fällt aus — dann sind 20 und 25 die einzig richtigen Plätze. Details und die Empfehlung dazu im Scan-Kapitel.

📡 WLAN-Umfeldscan 2,4 GHz — durchgeführt 2026-08-23 (beide APs)

🔴 Gotcha zuerst, er kostet sonst eine halbe Stunde: /interface wifi scan geht am CAP NICHT. Auf ap1 direkt (SSH, User in Gruppe full) antwortet das Gerät failure: not allowed (/interface/wifi/scan). Das ist weder device-mode noch eine Policy-Lücke — der Gegentest beweist es: /tool fetch meldet auf demselben Gerät explizit „not allowed by device-mode", und die Gruppe full hat test und sniff. Ursache ist der CAPsMAN-Zustand: ein CAP besitzt sein Radio nicht. Der Scan läuft am Manager gegen die cap-wifiN-Schnittstelle und funktioniert dort einwandfrei. Reiht sich ein in „unter CAPsMAN führt der Manager die Tabellen". (Zuordnung am Messtag über radio-mac bestimmt, nicht angenommen: ap1 = cap-wifi3 (5 GHz) / cap-wifi4 (2,4 GHz), ap2 = cap-wifi1 / cap-wifi2.)

Fremdnetze — die Nachbarschaft ist leise

WLAN-Kanal Belegung ca. Fremd-APs stärkstes Fremdsignal
1 (2412) 2401–2423 dahoam is dahoam −89, FRITZ!Box 6690 TM −87 −87
3 / 4 (2417/2427) 2406–2438 meins.w −81/−93, Drei_H288A −81 −81
6 (2437) 2426–2448 Liwest_9d44 −90, meins.liwest −88/−90, Liwest3422 −90 −88
8 (2447) 2436–2458 meins.w −92, verstecktes Netz −84 −84
11 (2462) 2451–2473 FRITZ!Box 7490 −81, LiwestBB93 −96, LiwestF0DA −90, LiwestEDBA −92, MIKENET2 −91 −81

⇒ Kein einziges Fremdnetz über −81 dBm. Die 2,4-GHz-Umgebung ist für eine Wohnlage bemerkenswert ruhig — die eigenen APs sind mit Abstand die lautesten Sender im Band.

🔴 Zwei laute Sender sind aber die eigenen — und keiner davon ist ein AP

Sender Kanal Signal Was es ist
AC:15:18:7B:62:21 SSID AC15187B6220 11 (2462) −51 (von ap1) Shelly s23 (dieleug-wohnzimmer_licht, Pro Dimmer 2PM, 10.40.30.203) sendet einen eigenen Access Point
54:F2:9F:12:51:F1 SSID DTUBI-92337823 1 (2412) −59 (von ap2) Hoymiles-DTU (Solar-Datenlogger, VLAN30) sendet ebenfalls einen eigenen AP

🎯 Der Shelly-Fund ist ein Rückstand aus TP17 und live bestätigt: WiFi.GetConfig liefert ap.enable = true, SSID AC15187B6220, WPA2. Das ist ein übrig gebliebener „Anker" aus dem Migrationsverfahren von 2026-07-13 — dort wurde je Gerät vor dem STA-Write die geräteeigene AP-Funktion als Notanker aktiviert und nach dem Verify wieder abgeschaltet. Bei s23 ist das De-Anchoring nicht angekommen. Das Gerät funkt seither doppelt: als Client auf ch1 (dirtyvader-iot an ap1, RSSI −56) und als AP auf ch11.

  • Fix ist ein Einzeiler ⏸️ Nicht ausgeführt — und das war Glück, s. Korrektur unten.

🔴🔴 KORREKTUR am selben Tag — ich habe diesen Fund falsch eingeordnet. Der AP auf s23 ist kein vergessener Anker, sondern Christophs WORKAROUND: das Gerät (Pro Dimmer 2PM, „Diele UG/Licht") flackert unkontrolliert, seit die Migration daran gearbeitet hat — und mit eingeschaltetem AP ist das Symptom weg. Der Fix, den ich oben als „Einzeiler" beschrieben habe, hätte also eine funktionierende Reparatur zerstört. ap.enable auf s23 bleibt an, bis die Ursache behoben ist. ➡️ Eigenes Teilprojekt dafür: TP17.3 in teilprojekte.md — Leithypothese ist eco_mode (gedrosselter CPU-Takt vs. Nulldurchgangs-Timing eines Phasenanschnitt-Dimmers; ein aktiver AP hebt die Energiesparzustände auf und erklärt damit genau die Beobachtung). 📌 Merkregel, die das kostet: ein Zustand, der nach einem Verfahren „übrig" aussieht, kann eine Reparatur sein. Vor dem Aufräumen fragen, wozu er da ist — nicht, ob er ins Schema passt. ⇒ Der Anker-Sweep bleibt trotzdem sinnvoll und ist am 2026-08-23 gelaufen: s23 ist der einzige Shelly mit aktivem AP, alle anderen 21 sind sauber de-anchored. Die Sorge war unbegründet, der Einzelfall ist erklärt.

  • ☀️ Die DTU ist ein anderer Fall — und sie bleibt vorerst, wie sie ist (User 2026-08-23): sie gehört zur PV-Anlage, ihr AP ist deren Konfigurationsnetz, und die Messdaten kommen ohnehin über dirtyvader-iot an. Ein Weg, den AP abzuschalten, ist nicht bekannt. 🔴 Nicht auf Verdacht daran drehen: die PV-Datenstrecke ist produktiv und gehört niemandem hier im Netz — ein abgeschalteter Konfig-AP kann die einzige Rückfallebene sein, wenn die DTU je den WLAN-Zugang verliert. Als bekannter Dauersender auf ch1 dokumentieren, nicht bekämpfen. (Falls es je juckt: erst in der Hoymiles-/S-Miles-App nachsehen, ob der AP dort deaktivierbar ist — nicht am Gerät herumprobieren.)

Was das für die Zigbee-Kanalfrage heißt

  • Das Fenster 2426–2448 (WLAN ch4–8), in dem ZB 16/17/18 liegen, ist belegt, aber nur schwach — alles dort ≤ −81 dBm. ZB18 (2440) bleibt damit eine valide Option, die Messung widerlegt sie nicht.
  • Handlungsdruck entsteht dadurch trotzdem nicht. PHY_CCA_FAIL_COUNT = 4 gilt weiter; das ist die Aussage über den Ort, der zählt (der Koordinator), während der Scan die Orte der APs beschreibt. ZHA bleibt auf 20.

📻 Nachtrag: Homematic / HmIP — 868 MHz, damit außerhalb dieser Rechnung

Christophs Ergänzung 2026-08-23. Live nachgesehen: Integration homematicip_local an der CCU ccu.emsenhuber.net (RaspberryMatic, Technik UG, 10.40.20.232) mit 37 Geräten im Mischbetrieb — Homematic classic (BidCoS-RF, z.B. HM-LC-Sw1-FM „WC Lüfter", zentrale HM-RCV-50) und HmIP (u.a. HmIP-HEATING je Raum = die Heizungssteuerung).

✅ Für die Kanalplanung ist das eine Entlastung: beide Funkstandards liegen im 868-MHz-Band (SRD860), nicht bei 2,4 GHz. Homematic stört Zigbee, Thread und WLAN nicht — und wird von ihnen nicht gestört. Es ändert an der Tabelle oben nichts.

⚠️ Aber es ist ein fünftes Funkökosystem im Haus (WLAN 2,4 · WLAN 5 · Zigbee ×2 · Thread · Homematic) — und es hat seinen eigenen Ausfallmodus, der dem Broadcast-Sturm entspricht: das 868-MHz-Band ist gesetzlich auf 1 % Duty Cycle begrenzt. Wird das überschritten, stellt die Zentrale das Senden minutenlang ein — Symptom: „Befehle kommen nicht an, aber alles ist online". 🔎 Merkregel: bei Homematic-Aussetzern zuerst den Duty Cycle der CCU ansehen, nicht die Funkabdeckung. Ausgelöst wird er typischerweise durch zu häufige Sollwert-Schreibvorgänge — also durch Automationen, nicht durch Geräte.

📌 Bezug zu TP29 (Anwesenheitserkennung fürs Energiesparen): die HmIP-HEATING-Geräte sind der Aktor, den TP29 ansteuern würde. Wer dort präsenzabhängig regelt, schreibt Sollwerte — und läuft damit genau in die Duty-Cycle-Grenze. Das gehört in TP29s Entwurf, bevor die erste Automation scharf geht.

🆕 Und was die zwei neuen APs damit zu tun haben

Sehr viel — das ist der Punkt, an dem die AP-Frage und die Zigbee-Frage dieselbe Frage werden.

2,4 GHz hat drei überlappungsfreie Kanäle: 1, 6, 11. Heute belegt das Haus zwei davon (ap1 = 1, ap2 = 11) und lässt ch6 frei — genau das Fenster, in dem ZB 16/17/18 liegen.

🔴 Kommen zwei APs dazu und funken alle vier auf 2,4 GHz, ist ch6 belegt. Damit fällt ein ZHA-Umzug auf 18 aus, und ZB20 (zwischen 6 und 11) sowie ZB25 (über 11) sind dann die einzigen richtigen Plätze — also exakt die heutige Belegung. Die aktuelle Konfiguration wäre dann nicht nur vertretbar, sondern die einzig sinnvolle.

💡 Empfehlung für den AP-Aufbau, die beides löst: 2,4 GHz nicht auf allen vier APs betreiben. Vier 2,4-GHz-Zellen auf drei Kanälen stören sich zwangsläufig selbst, und die Reichweite von 2,4 GHz ist so groß, dass zwei Zellen die Wohnung ohnehin abdecken — die IoT-Geräte hängen heute an zwei APs und kommen zurecht. Die beiden neuen APs also als 5-GHz-Schwerpunkt betreiben (2,4 GHz aus oder stark reduziert). Das

  • hält ch6 frei und damit die Zigbee-Option offen,
  • vermeidet Selbststörung im vollsten Band,
  • und legt die neue Kapazität dorthin, wo sie tatsächlich fehlt: 5 GHz an den Rändern (TP25: die Redundanz ist der Schwachpunkt, nicht die Abdeckung).

5 GHz — gemessen 2026-08-23, das Band ist praktisch leer

Kanal Fremdnetz Signal
5180 (ch36) dahoam is dahoam-5G −89
5200 (ch40) LiwestBB93-5G −88
5500 (ch100, DFS) meins.liwest −83

⇒ Drei Fremdnetze, alle ≤ −83 dBm. 5 GHz ist hier faktisch unbelegt — die neue Kapazität hat also Platz, und der Vorschlag „neue APs als 5-GHz-Schwerpunkt" ist damit auch messtechnisch gedeckt.

🔴 Aber die Kanäle werden knapp, und das ist die Planungsaussage: unter ETSI gibt es im Indoor-Band 5180–5240 bei 40 MHz genau zwei überlappungsfreie Blöcke — 5180/Ce (ap1) und 5220/Ce (ap2). Beide sind vergeben. Ein dritter und vierter AP muss auf 5 GHz also ins DFS-Band (5500–5700) ausweichen — dort liegen laut TP25-Analyse 11 zusätzliche Kanäle, in ETSI ohne /I-Leistungsbeschränkung. ✅ Und DFS ist in dieser Lage nachweislich nutzbar: der Nachbar meins.liwest funkt auf 5500. ⚠️ Preis bleibt die CAC-Wartezeit beim Start und ein erzwungener Kanalwechsel im Radar-Fall (30 min Sperre). Der TP25-Vorbehalt dagegen („bei Abbruch-Symptomatik unangenehm") ist seit dem Terrassen-Fix vom 08-22 schwächer geworden — die Abwägung gehört neu geführt, wenn die zwei APs bleiben.

🔌 UART-Backup: was das praktisch heißt (nur für Weg C nötig)

Kurzantwort: ja, einmal physisch ans Gerät — aber es ist keine Taste, und es ist genau einmal.

Der J6-Header (7-polig, 1,27 mm Raster, auf der Rückseite der Platine):

Pin Funktion GPIO
2 TXD → RXD des Adapters GPIO16
3 RXD ← TXD des Adapters GPIO17
4 3,3 V — Versorgung vom Adapter —
6 BOOT — muss beim Einschalten LOW sein GPIO0
7 GND —

Der Ablauf je Gerät: Modul stromlos machen und ausbauen → Gehäuse öffnen → fünf Pins an einen USB-UART-Adapter (3,3 V, kein 5 V!) → GPIO0 beim Anlegen der Versorgung auf LOW ziehen → esptool.py read_flash über die vollen 8 MB → das Image wegsichern → dann erst flashen.

  • ⚡ Nicht am Netz. Die Versorgung kommt beim Flashen vom Adapter, nicht von 230 V — das Gerät muss also aus der Wand.
  • 🔘 Kein Reset-Knopf. Der ESP32-C6 geht über die Strapping-Leitung in den Download-Modus. Viele Adapter schalten das per DTR/RTS automatisch; ob das an diesem J6 durchgeschleift ist, steht nicht in der Doku — am ersten Gerät ausprobieren, sonst GPIO0 von Hand nach GND brücken.
  • ✅ Danach nie wieder UART. Alle weiteren Updates laufen OTA (Matter-OTA, Dashboard-Upload). Der Aufwand fällt einmal je Gerät an, nicht bei jedem Update.
  • 🔁 Recovery = dasselbe Prozedere rückwärts, mit dem gesicherten 8-MB-Image. Bricht dabei der Strom weg, während der Bootloader geschrieben wird, ist das Gerät nur noch per UART zu retten — ein zweites Mal öffnen, kein Weg über die Luft.
  • ⚠️ Der Weg ohne UART existiert (Paket über die Shelly-Web-UI hochladen), kann aber kein Backup erzeugen und ist damit praktisch einseitig.

🎯 Konsequenz für die Wegwahl: die Frage „wie viele Module sitzen Unterputz hinter einem Schalter" entscheidet über den Aufwand von Weg (C) mehr als alles andere. Weg (A) Zigbee braucht davon nichts — das ist ein normales Update über den Hersteller-Kanal.

Vorbedingungen aus dem Netz (stehen bereits, nur für den Thread-Weg relevant)

  • ✅ Thread-Border-Router läuft, ~30 Matter-Knoten produktiv (OTBR auf demselben Host wie HA).
  • ✅ Commissioning-Pfad erprobt: temporäre SSID dirtyvader-infra (VLAN20) nach matter-pairing-infra-ssid-runbook.md — am 2026-08-22 mit dem TIMMERFLOTTE bewiesen. cfg-infra/dp-infra/sec-infra stehen dauerhaft am Manager.
  • 🔴 Nötig ist der Umweg, weil TP12.1 offen ist: zwischen VLAN10 (iPhone) und VLAN20 (Border Router) wird kein IPv6 geroutet → Commissioning-Etappe 2 bricht ab. Und ble_proxy ist wirkungslos, seit der ESP32-BT-Proxy ausgeschlossen wurde (User 2026-08-22). ⇒ Jedes weitere Thread-Gerät zahlt diesen Umweg erneut — das stärkste Argument für TP12.1.
  • ⚠️ Firewall ist deny-by-default — ein neuer Dienst über eine VLAN-Grenze braucht eine explizite Regel. Für den Zigbee-Weg heißt das: der Pfad Gerät → Z2M (10.40.20.106) läuft über den Zigbee-Koordinator, nicht über IP — es entsteht kein neuer VLAN-Übergang. Ein Punkt weniger.

Ablauf

Schritt 0 — entscheiden, nicht flashen. Weg (A), (B) oder (C). Grundlage ist die Tabelle oben. Das ist Christophs Abwägung; sie hängt an Garantie, Rückweg und daran, wie lange er auf (B) warten will.

Schritt 1 — Pilot mit genau EINEM Gerät. Kandidat: s26 bad_luefter oder s12 dieleug_steckdosen — beide 2PM Gen4, funktional unkritisch, keine Verbrauchsmessung im Energie-Dashboard. Nicht mit einem Küchengerät anfangen (Kühl-/Tiefkühlschrank hängen dort). Bei Weg (C) vorher UART-Vollbackup, sonst gibt es keinen Rückweg.

Schritt 2 — HA-Seite bilanzieren, bevor das zweite Gerät drankommt. Welche entity_ids sind neu, was zeigt noch auf die alten? grep über die HA-Automationen und die FSM-Configs im ha-xstate-Repo (machines/*.json). Erst wenn der Pilot in HA vollständig verdrahtet ist, war er erfolgreich.

Schritt 3 — Wellen zu 3–4 Geräten, nach Raum gruppiert, gleiches Abnahmekriterium.

Schritt 4 — Zahl zurückmelden: wie viele Geräte sind aus dirtyvader-iot verschwunden. Diese Zahl macht die PSK-Rotation planbar.

Abnahmekriterium

Pro Gerät ein frischer Knoten im Zielnetz UND eine funktionierende HA-Entity — nicht die Anzeige in einer Tabelle. Im Netz-Projekt hat genau diese Verwechslung einmal 14 Stunden gekostet: die Registration-Table zeigte 25 zufriedene Clients, während keiner davon eine IP bekam.


Verzahnung mit der PSK-Rotation (parallel, nicht nacheinander)

User-Entscheid 2026-08-23: beides läuft gleichzeitig. Möglich macht das der Passphrase-Override je MAC in /interface wifi access-list (RouterOS 7): neuer PSK aufs Profil, noch nicht migrierte Geräte übergangsweise per MAC mit dem alten weiter, danach Liste leeren — kein Flag-Day.

🔑 Die eine Regel, die die Parallelität kostenlos macht: ein Gerät, das ohnehin den Funk wechselt, bekommt den neuen PSK gar nicht — nur einen Übergangseintrag, und verschwindet später ganz.

⚠️ Nicht vergessen: s1/s2/s3 sind ausgesteckt und in HA nicht eingebunden. Sie kommen beim nächsten Einstecken mit dem alten PSK zurück — sie gehören auf die Override-Liste, sonst stehen sie im Dezember im AP-Mode.


Offene Fragen für die erste Sitzung

  1. Ist s4 kueche_mikrowelle ein Gen4? Falls ja → bester Pilot, größter Gewinn (−93 dBm heute).
  2. Wie viele der 10 Kandidaten sind physisch zugänglich? Unterputz-Module hinter Schaltern zu öffnen ist bei Weg (C) Pflicht (UART), bei Weg (A) nicht.
  3. Bei Weg (A): welcher Zigbee-Kanal, gemessen gegen ap1 ch1 / ap2 ch11 — und was sagt der bestehende Z2M-Koordinator dazu, der schon IKEA-Geräte trägt?
  4. ✅ Geklärt (Christoph 2026-08-23): es sind ZWEI Drucker. Der P750W ist der Etikettendrucker und hängt korrekt auf VLAN30 (10.40.30.5). Der eigentliche Drucker ist ein Brother MFC auf VLAN10 — live bestätigt: 10.40.10.6, MAC 30:05:5C:78:86:20 (OUI = Brother Industries), ARP-Status delay = aktiv, keine DHCP-Reservierung (statisch konfiguriert). Beide Angaben waren richtig, sie meinten verschiedene Geräte. 📌 Für TP5 relevant: die Merkregel „Drucker fällt mit udp/161 SNMP aus, nicht mit 631" (ref_printer_snmp_before_ipp) betrifft den VLAN-übergreifenden Fall. Der MFC steht im selben VLAN wie die Macs — dort greift die forward-Kette gar nicht.

Verweise

  • Steuerung: teilprojekte.md → TP17.1, TP12.1 (IPv6/Matter), Follow-up PSK-Rotation
  • Migrationshistorie der Shellys (VLAN1 → VLAN30, 26 Geräte, 0 Fehler) inkl. Anker-Verfahren gegen den AP-Mode-Fallstrick: teilprojekte-archiv.md → TP17
  • Werkzeug: mcp/shelly/ — discover.py (read-only), migrate.py (Dry-Run default). ⚠️ Kein Rotate-Kommando vorhanden, es bräuchte eine Variante über denselben set_sta-Pfad.
  • HA-Seite: ~/dev/ha-xstate (FSM-Configs machines/*.json)