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RouterOS-Capabilities für hAP ax² (BF-Netz, RouterOS 7.23.1)

Recherche-Report — Stand 2026-06-15 Ziel: Verstehen, was RouterOS 7.23 für ein Prosumer-Multi-VLAN-Heimnetz kann, und empfehlen, was bei knappem CPU/RAM passt.

0. Hardware-Fakten (live von ap1 abgefragt)

Eigenschaft Wert Bedeutung
Modell hAP ax² (C52iG-5HaxD2HaxD) ARM64, IPQ-6000
RouterOS 7.23.1 stable (build 2026-06-02) aktuell
CPU ARM64, 864 MHz, 4 Cores solide, aber kein Kraftpaket
RAM 1 GB total — im Leerlauf ~681 MB frei der echte Engpass
Flash 128 MB total, ~94 MB frei begrenzt → Container nur klein
Lizenz Level 4 reicht für alles hier Relevante

Konsequenz für alle Empfehlungen: RAM ist die harte Grenze. Jeder Container kostet 10–100 MB. Mehr als 2–3 kleine Container parallel + WLAN + Routing wird eng. CPU-intensive Dinge (TLS-Terminierung, Web-Proxy unter Last, VPN-Durchsatz) treffen die 4 schwachen Cores. Faustregel: native Pakete bevorzugen, Container sparsam, alles Schwere auf die NAS auslagern.

Installierte vs. verfügbare Pakete (live): Aktiv sind nur routeros + wifi-qcom. Als available/disabled liegen bereits auf dem Gerät: container, calea, dude, iot (MQTT/Modbus), gps (LoRa), openflow, user-manager, zerotier, wireless, tr069-client, ups, rose-storage. Aktivieren = /system package enable … + Reboot, kein Download nötig.


1. Gateway-/Router-HA via VRRP

Userfrage: „Was, wenn ap1 ausfällt?"

(a) Was es macht: VRRP (Virtual Router Redundancy Protocol) lässt zwei hAP eine gemeinsame virtuelle Gateway-IP je VLAN teilen. Der Master mit höherer Priority hält die virtuelle IP; fällt er aus, übernimmt der Backup binnen ~3× advertisement-interval (Default 1 s → ~3 s Umschaltung). Clients behalten dasselbe Default-Gateway.

(b) Verfügbarkeit: Nativ in RouterOS (/interface/vrrp), kein Paket. VRRPv3 für IPv4+IPv6.

(c) Nutzen: Echtes Gateway-Failover je VLAN. Mit zwei VRRP-Instanzen pro VLAN (kreuzweise Master/Backup) sogar Load-Sharing möglich.

(d) CPU/RAM-Kosten: Vernachlässigbar (nur kleine Multicast-Advertisements). Kein Problem.

(e) Empfehlung: VIELLEICHT (für VLANs mit echtem HA-Bedarf, z. B. MAIN 10 / INFRA 20). VRRP-Last ist gratis, aber der Betriebsaufwand für echtes Failover ist hoch — siehe Gotchas. Für ein Heimnetz reicht oft simpler: zweiter hAP als kalter Ersatz + Config-Backup.

Config-Skizze (kreuzweises Master/Backup, pro VLAN)

# ap1 — Master für VLAN10, Backup für VLAN20
/interface vrrp add name=vrrp-vlan10 interface=vlan10 vrid=10 priority=200 version=3
/interface vrrp add name=vrrp-vlan20 interface=vlan20 vrid=20 priority=100 version=3
/ip address add address=10.40.41.1/24 interface=vrrp-vlan10   ;# virtuelle GW-IP
/ip address add address=10.40.42.1/24 interface=vrrp-vlan20

# ap2 — gespiegelt: Backup für VLAN10, Master für VLAN20
/interface vrrp add name=vrrp-vlan10 interface=vlan10 vrid=10 priority=100 version=3
/interface vrrp add name=vrrp-vlan20 interface=vlan20 vrid=20 priority=200 version=3
/ip address add address=10.40.41.1/24 interface=vrrp-vlan10
/ip address add address=10.40.42.1/24 interface=vrrp-vlan20

Gotchas (wichtig!)

  • RouterOS kann NICHT „Owner" sein → die virtuelle IP darf nicht gleichzeitig die echte Interface-IP eines Routers sein. Jeder Router braucht zusätzlich eine eigene reale IP pro VLAN (z. B. .2 / .3), die virtuelle (.1) liegt auf dem VRRP-Interface.
  • Die VRRP-IP muss auf Master UND Backup identisch konfiguriert sein, sonst werden Advertisements verworfen.
  • VRRP umfasst nur die IP/Routing-Ebene — NICHT den Rest. DHCP-Server, Firewall-/NAT-Regeln, DNS, Routen müssen auf beiden Routern identisch gepflegt werden, sonst ist nach Failover „Gateway up, aber Internet/DHCP tot". Das ist der eigentliche Betriebsaufwand. Tipp: DHCP-Server auf beiden mit identischem Pool/Gateway, oder DHCP-Failover-Lease-Sync vermeiden (Split-Pool).
  • Advertisement-interval nicht unter 1 s → sonst Flapping.
  • WAN-Seite: Failover des Internet-Uplinks ist ein separates Problem (siehe §10 Multi-WAN), VRRP löst nur das LAN-Gateway.
  • Quellen: VRRP (help.mikrotik.com), VRRP Configuration Examples

2. WLAN-Mesh vs. Wired Backhaul

Ausgangslage: Beide APs haben verdrahtete Trunk-Uplinks (alle VLANs).

(a)/(c) Optionen:

Ansatz Was Für uns
Wired backhaul + CAPsMAN Beide APs per Kabel am Trunk, gleicher Bridge/VLAN; zentrale WLAN-Config via CAPsMAN-Controller; APs broadcasten dieselben SSIDs mit 802.11r/k/v-Roaming Empfohlen. Voller Speed, kein Funk-Tribut, nahtloses Roaming
WLAN-Mesh (WDS / wireless station-backhaul) Ein AP funkt zum anderen als Backhaul Nur sinnvoll, wenn kein Kabel da wäre — ist es aber. Halbiert Funk-Durchsatz, mehr Latenz

(b) Verfügbarkeit: CAPsMAN ist nativ im wifi-qcom-Paket (ROS7 „WiFi", /interface/wifi/capsman). Ein hAP kann gleichzeitig CAP und CAPsMAN-Controller sein (kein extra Gerät nötig). 802.11r/k/v Roaming + Steering nativ.

(d) CPU/RAM: CAPsMAN-Controller für 2 APs ist trivial-leicht. WLAN-Mesh kostet mehr (zwei Radios busy).

(e) Empfehlung: WIRED BACKHAUL + CAPsMAN nutzen, Mesh WEGLASSEN. Kabel ist da → keinen Funk-Backhaul-Nachteil einkaufen.

Loop-Risiko über Router/LAN — wichtig

Wenn beide APs mit allen VLAN-Trunks am selben L2-Netz hängen und zusätzlich die WLAN-Bridges dieselben Broadcast-Domains überbrücken, kann ein L2-Loop entstehen (Trunk-A ↔ Switch ↔ Trunk-B ↔ über AP-Bridge zurück). Gegenmittel:

  • RSTP/MSTP auf den Bridges aktiv lassen (protocol-mode=rstp) — fängt versehentliche Loops ab.
  • Sauberes Bridge-VLAN-Filtering; nur der Trunk-Port ist Tagged-Member, kein Doppelpfad.
  • Kein gleichzeitiges WDS/Mesh, während Wired-Backhaul aktiv ist — das ist der klassische Loop-Erzeuger (zwei parallele Pfade zwischen denselben APs). Genau deshalb: entweder/oder, nicht beides.
  • Quellen: WiFi / CAPsMAN, Forum: mesh with wifi ax

3. Access-Control / Identity (RADIUS, 802.1X, EAP-TLS, dyn. VLAN)

(a) Was es macht: WPA2/WPA3-Enterprise (802.1X) authentifiziert jeden User/jedes Gerät einzeln gegen einen RADIUS-Server — statt eines geteilten PSK. EAP-TLS = Client-Zertifikat pro User/Gerät (kein Passwort). Der RADIUS kann pro Auth eine dynamische VLAN-Zuweisung zurückgeben (Tunnel-Type=VLAN, Tunnel-Medium-Type=802, Tunnel-Private-Group-ID=) → Gerät landet automatisch im richtigen VLAN, egal an welcher SSID/welchem Port.

(b) Verfügbarkeit auf 7.23:

  • User-Manager v5 = eingebauter RADIUS-Server (Paket user-manager, liegt bereits available auf dem Gerät). Kann EAP-TLS, EAP-TTLS, PEAP. Offizielles Howto: „Enterprise wireless security with User Manager v5".
  • WiFi-Interfaces: authentication-types=wpa2-eap,wpa3-eap nativ.
  • Dot1X (Paket-frei, nativ) für wired 802.1X an Switch-Ports mit dynamischer VLAN-Zuweisung — ABER: dyn. VLAN im Switch-Chip nur auf Geräten mit HW-VLAN-Filtering; nicht auf SMIPS. Der hAP ax² ist kein SMIPS, dyn. VLAN am Port ist hier grundsätzlich möglich — in der Praxis am Heim-Switch aber eher Spielerei.

LDAP-Backend (User hat openldap-Container): User-Manager v5 spricht KEIN LDAP. Er hat eine eigene lokale User-DB. Will man die openldap als Wahrheitsquelle, führt der Weg über FreeRADIUS (mit ldap-Modul) — das läuft nicht sinnvoll als 90-MB-Container auf dem hAP, sondern auf der NAS.

(c) Nutzen: Pro-Gerät-Identität, Zertifikats-Login (kein WLAN-Passwort-Teilen), automatische VLAN-Einsortierung (IoT→30, Gäste→90 etc.). Stark für ein segmentiertes Netz.

(d) CPU/RAM: User-Manager-Paket ist klein (~344 KB Code), die Last entsteht bei EAP-Handshakes (TLS-Krypto). Für ein Heimnetz mit Dutzenden Geräten ist das auf dem hAP vertretbar, aber RAM-Budget im Auge behalten.

(e) Empfehlung:

  • RADIUS-Server: FreeRADIUS auf der NAS = beste Option (LDAP-Anbindung an openldap, robust, kein hAP-RAM-Verbrauch, überlebt AP-Reboots). hAP-WLAN zeigt nur auf die NAS-RADIUS-IP. → NUTZEN (NAS).
  • User-Manager v5 auf dem Router = VIELLEICHT, als einfache/standalone Alternative ohne LDAP, wenn man keine NAS-Abhängigkeit will. Pragmatisch und in 1 h aufgesetzt, aber Userverwaltung getrennt von openldap.
  • EAP-TLS pro Gerät: NUTZEN für stationäre/eigene Geräte, aber Zertifikats-Rollout (CRL, Enrollment) ist Pflege-Aufwand → für Gäste/fremde Geräte lieber PEAP (User+Passwort) oder simpler WPA2/3-PSK je VLAN-SSID.
  • Einfachste administrierbare Option für daheim: pro VLAN eine eigene SSID mit eigenem WPA3-PSK. Enterprise/802.1X nur dort, wo Pro-Gerät-Identität wirklich gebraucht wird.
  • Quellen: Enterprise wireless security w/ User Manager v5, User Manager, Dot1X, multiduplikator/mikrotik_EAP (GitHub, EAP-TLS+CRL+WPA3)

4. Schlagwortliste (Schnellbewertung)

Thema Was Verfügbar 7.23 Nutzen / CPU-RAM Empfehlung
RoMON L2-Management-Overlay (Router ohne IP per MAC erreichen) Nativ Quasi gratis NUTZEN — bequemes Management beider APs auch ohne IP, Lifesaver bei Fehlkonfig
IPv6 (intern) SLAAC/DHCPv6, ND, Firewall Nativ Gering NUTZEN — IPv6-Firewall nicht vergessen (Default offen!)
IPv6 (extern, 3 Standorte) DHCPv6-PD (Prefix Delegation), pro Standort /56 o. /60 → Sub-Prefixe je VLAN Nativ (/ipv6 dhcp-client … pool, /ipv6 pool) Gering NUTZEN, falls ISP IPv6+PD liefert. Pro Standort eigener Präfix; FritzBoxen FM/BF/DW als CPE können PD weiterreichen — Topologie klären
LoRa LoRaWAN-Gateway-Funktion Paket gps/lora — aber hAP ax² hat KEINE LoRa-Hardware – WEGLASSEN — kein Funkmodul vorhanden
MQTT IoT-Paket: MQTT-Publish aus Scripts/Scheduler Paket iot (available) Klein VIELLEICHT — nett für „Router meldet Status an HA", aber HA/NAS macht das besser. Optional
SNMP Monitoring-Agent (CPU, RAM, Traffic, IF) Nativ Gering NUTZEN — Basis fürs Monitoring (siehe icinga). Read-only Community + FW-Regel
Email settings SMTP-Versand aus Scripts (/tool e-mail) Nativ Gering NUTZEN — Alerts (Netwatch, Failover) per Mail
NTP server Zeit-Server fürs LAN Nativ Gering VIELLEICHT — als interner NTP für IoT/MGMT-VLAN sinnvoll; sonst NTP-Client reicht
ZeroTier P2P-Mesh-VPN Paket zerotier (ARM, available) Spürbar: bis ~60 % CPU bei Last, RAM-Footprint WEGLASSEN/VIELLEICHT — funktioniert, aber CPU-hungrig auf dem hAP. Für Remote-Zugriff lieber Back-to-Home/WireGuard (§unten)
Cloudflare One / WARP CF Zero Trust Tunnel Kein natives Paket; nur als cloudflared-Container Container-RAM + CPU; macvlan-Konflikte (siehe DNS-Projekt-Notizen) WEGLASSEN auf dem Router — CF-ZT gehört auf NAS/dedizierten Host, nicht auf den RAM-knappen AP
Load-Balancing / Failover (Multi-WAN) PCC + recursive routing / Netwatch Nativ Gering–mittel NUTZEN bei >1 WAN — siehe §10
OpenFlow SDN-Controller-Steuerung Paket openflow (available) – WEGLASSEN — kein SDN-Controller im Heimnetz, sinnlos
User-Manager siehe §3 Paket (available) Klein–mittel VIELLEICHT — RADIUS standalone ohne LDAP
CALEA Lawful-Intercept (behördl. Mitschnitt) Paket calea (available) – WEGLASSEN — reines Compliance-Feature, irrelevant
icinga / check_routeros (Monitoring) Icinga/Nagios-Plugin via API/SNMP Extern (auf Monitoring-Host) 0 am Router NUTZEN — DinoTools/monitoring-check_routeros gegen SNMP/API; CPU/RAM/IF/Temp/WLAN
spectral-scan Funk-Spektrum-Analyse (Störer-Suche) Nativ im WiFi-Tool (/interface/wifi spectral-scan) Kurzzeitig, on-demand NUTZEN (ad-hoc) — super zur Kanalwahl/Störer-Diagnose, läuft nur bei Bedarf

Quellen u. a.: ZeroTier, SNMP, RoMON, check_routeros (GitHub), Load Balancing


5. Reverse Proxy — Erwartung „nein" muss korrigiert werden

Bisherige Erwartung: RouterOS hat keinen Reverse Proxy. → Stimmt für ROS ≤ 7.21, aber NICHT mehr für 7.22+.

  • RouterOS hatte lange nur einen Forward/Transparent-Web-Proxy (/ip proxy, deprecated, Caching) — das ist KEIN Reverse Proxy.
  • Neu seit 7.22: nativer Reverse Proxy unter /ip/reverse-proxy. Kann: HTTPS-Terminierung mit ACME/Let's Encrypt, SNI-basiertes Routing mehrerer Hostnames auf interne IPv4-Backends:Port, setzt X-Forwarded-For/-Proto. Da die APs auf 7.23.1 laufen, ist das vorhanden.

Kann es nginx-proxy-manager ersetzen? Für simple Fälle ja, aber nicht voll:

  • ❌ Kein WebSocket, kein gRPC, keine Sticky Sessions, kein WAF, kein Auth-Layer, keine Log/Header-Manipulation, nur IPv4-Backends.
  • ⚠️ TLS läuft auf der Router-CPU → auf hAP/hEX kann Last die CPU auf 100 % treiben.

(e) Empfehlung: WEGLASSEN als NPM-Ersatz auf dem hAP. NGINX Proxy Manager auf der NAS behalten (WebSocket/Backend-Vielfalt/RAM). Den nativen Reverse-Proxy höchstens für 1–2 triviale interne HTTPS-Dienste nutzen, wenn man die NAS gerade nicht einbinden will. Wichtigste Korrektur: „RouterOS hat keinen Reverse Proxy" ist seit 7.22 falsch — es hat einen, nur einen schlanken.


6. mDNS-Repeater (7.16+) + Container-Reflector — bestätigt

  • Bestätigt: Seit 7.16 ist ein mDNS-Repeater nativ eingebaut: /ip/dns/set mdns-repeat-ifaces=bridge,vlan-iot,vlan-main. Relayed mDNS (.local, AirPlay/Chromecast/Discovery, HomeKit-Bonjour) zwischen ausgewählten VLANs — genau das, was man fürs IoT/MAIN-Cross-Discovery braucht. Kostet quasi nichts. → NUTZEN.
  • Container-Reflector (forum: „Reflector — cross-VLAN casting mDNS+SSDP+DIAL", <10 MB RAM): nötig nur, wenn man zusätzlich SSDP/DIAL (DLNA, manche Smart-TVs) reflektieren muss, was der native mDNS-Repeater NICHT abdeckt. → VIELLEICHT, nur wenn SSDP-Geräte zicken; sonst spart man sich den Container.
  • Quellen: mikrotikonlineclub v7.16, Reflector-Container (Forum), mag1024/mikrotik-docker-mdns-repeater

7–10 hier zusammengefasst: 5 nicht-offensichtliche Features für ein CPU/RAM-knappes Setup

Diese geben viel Nutzen pro Byte RAM — alle nativ, kein Container, vernachlässigbare Last:

  1. Netwatch (/tool netwatch) — pingt Hosts/Gateways, triggert Scripts. Damit baut man WAN-Failover, Service-Watchdogs und Mail-Alerts ohne Zusatzsoftware. Herzstück eines schlanken HA-Setups. NUTZEN.
  2. Scheduler + Scripts (/system scheduler, /system script) — Auto-Backups (/export + Mail), nächtliche Cron-Jobs, Reaktion auf Events. Ersetzt viele „Ich-bräuchte-dafür-einen-Container"-Wünsche. NUTZEN.
  3. DoH — DNS over HTTPS (/ip/dns set use-doh-server=… verify-doh-cert=yes) — verschlüsselter Upstream-DNS direkt am Router, plus statische DNS-/FWD-Einträge. Passt zur bestehenden DNS-Infra (AdGuard/CF). Geringe Last. NUTZEN/VIELLEICHT (je nach DNS-Architektur — ihr filtert ohnehin via CF/AdGuard).
  4. Back-to-Home VPN (ROS 7.12+, ARM64 ✓) — WireGuard-basierter Fernzugriff per MikroTik-App/QR, NULL Server-Config, funktioniert hinter CGNAT/NAT. WireGuard ist der CPU-effizienteste VPN-Typ (~24 % CPU @ 1000 conns in Vergleichstests, vs. ZeroTier ~62 %). → NUTZEN statt ZeroTier für Remote-Zugriff auf BF. Sehr geringer Footprint.
  5. Graphing + SNMP → externes Monitoring (icinga/Grafana auf NAS) — der Router liefert nur Zahlen (gratis), die Auswertung/Speicherung läuft extern. Vermeidet dude/Container-Monitoring auf dem RAM-knappen Gerät. NUTZEN. (calea/dude lokal → WEGLASSEN.)

Bonus: /tool/graphing (eingebaute RRD-Graphen) ist leichtgewichtig für schnellen Blick ohne externes System.

Quellen: Back To Home, WireGuard, Failover (WAN Backup)


10. Multi-WAN / Load-Balancing & Failover (Detail)

(a) Mehrere Internet-Uplinks bündeln (Load-Balance via PCC = Per-Connection-Classifier) oder als Backup (Failover via Routen-distance + check-gateway + Netwatch + recursive routing). (b) Alles nativ, kein Paket. (c) Relevant nur, wenn ein Standort >1 WAN hat (z. B. DSL + LTE). Am BF mit FritzBox als einzigem Uplink → erst relevant, wenn zweiter Uplink dazukommt. (d) Gering bis mittel (PCC-Mangle pro Verbindung). Auf dem hAP unkritisch bei Heim-Bandbreiten. (e) Empfehlung: NUTZEN, sobald ein zweiter Uplink existiert — sonst PARKEN. Failover (Netwatch + recursive route) ist simpler und robuster als PCC-Load-Balance; für daheim meist die bessere Wahl. Quellen: Load Balancing, Failover (WAN Backup), vishnunuk/mikrotik-dual-wan-loadbalance-failover (GitHub)


Gesamt-Empfehlungsmatrix (TL;DR)

Kategorie Empfehlung
Sofort nutzen (nativ, ~0 RAM) RoMON · Netwatch · Scheduler/Scripts · SNMP · Email-Alerts · mDNS-Repeater (7.16+) · spectral-scan (ad-hoc) · IPv6 intern · Wired-Backhaul + CAPsMAN (802.11r/k/v) · Back-to-Home/WireGuard für Remote
Vielleicht / situativ VRRP-Gateway-HA (nur MAIN/INFRA, hoher Pflegeaufwand) · User-Manager v5 als Standalone-RADIUS · EAP-TLS für eigene Geräte · IPv6-PD extern (falls ISP) · NTP-Server · MQTT · Multi-WAN (sobald 2. Uplink) · Reflector-Container (nur bei SSDP/DLNA) · DoH
Auf die NAS auslagern FreeRADIUS (+LDAP/openldap) · NGINX Proxy Manager · icinga/Grafana-Monitoring · Cloudflare One/WARP (cloudflared)
Weglassen LoRa (keine HW) · OpenFlow · CALEA · ZeroTier (CPU-hungrig → WireGuard nehmen) · dude lokal · nativer Reverse-Proxy als NPM-Ersatz

Drei zentrale Korrekturen/Erkenntnisse:

  1. Reverse Proxy: RouterOS 7.22+ HAT einen nativen Reverse-Proxy (/ip/reverse-proxy, ACME/HTTP-2, SNI) — die Annahme „nein" ist überholt. Ersetzt NPM aber NICHT (kein WS/gRPC, nur IPv4, TLS auf Router-CPU).
  2. „Was wenn ap1 ausfällt?": VRRP löst Gateway-Failover technisch elegant und gratis, aber echtes HA verlangt identische DHCP/Firewall/NAT-Pflege auf beiden Geräten — das ist der Haken, nicht die VRRP-Last.
  3. RAM ist König: Bei 1 GB gilt „nativ vor Container, NAS vor Router". RADIUS, Reverse-Proxy, CF-Tunnel, Monitoring gehören auf die NAS; der hAP macht Routing/WLAN/VRRP/Netwatch.